Die linke Augenbraue meines Gegenübers zuckt kaum merkbar. Den Blick starr auf die Karten in den auffallend ruhigen und bewegungslosen Händen gerichtet sitzt er vor mir, verzieht keine Miene und macht mir die Entscheidung ganz schön schwer: Blufft er, oder blufft er nicht, das ist hier die Frage.
Poker ist wohl eines der wenigen Spiele, bei dem die psychologische Komponente eine so bedeutende Rolle spielt. Schließlich ist es auch das berühmte Pokerface, was einen guten Pokerspieler ausmacht. Geachtet wird dabei auf die Haltung des Körpers, der Hände, auf die Mimik und alles, was sonst noch auf Nervosität schließen lassen könnte.
Unter den Pokerspielern gibt es verschiedene Typen:
1. Der Sonnenbrillentyp
Er ist sich dessen bewusst, dass seine Augen ihn verraten könnten und zieht es somit vor sie den anderen Spielteilnehmern gar nicht erst zu zeigen. Cool, abgeschirmt und mehr oder weniger im selbst gewählten Dunkeln spielt er sein Spiel.
2. Der Kopfhörertyp
Er weiß, dass er Emotionen schlecht verbergen kann oder traut es sich auch einfach nicht richtig zu. Darum wählt er eine für sich sichere Methode: sich selbst abzulenken. Dies geschieht, indem er sich Kopfhörer aufsetzt und seine Gedanken somit durch Musik geschickt in eine vollkommen andere Richtung lenkt.
3. Der Chiptricktyp
Dieser Typ versucht die anderen Spieler dadurch abzulenken, dass er ihnen Tricks mit seinen Chips vorführt. Natürlich erfordert dies einiges an Training um solche Tricks auch entsprechend perfekt zu beherrschen.
4. Der verbale Typ
Im besten Fall gibt dieser Typ einfach Kommentare von sich oder erteilt den anderen Spielteilnehmern Ratschläge. Im schlimmsten Fall wird er beleidigend und provokativ.
5. Der Drink Typ
Um seinen Pokerkollegen zu beweisen, dass er noch lange am Tisch sitzen wird, bestellt sich dieser Typ einen Drink, sobald man vermuten könnte, dass sein Ende im Spiel naht.
Ein guter Pokerspieler weiß nicht nur zwischen den genannten Typen zu unterscheiden, sondern wendet diese Hilfsmittel auch selbst je nach Bedarf, Lust und Laune an. Na dann – auf ans Trainieren!
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